Wikifolio-Update (Woche vom 27.07.2020)

Wikifolio-Update (Woche vom 27.07.2020)

Performance-Vergleich

In der vergangenen zwei Handelswoche vom 27.07. bis zum 02.08. hat unser Wikifolio einen neuen Höchstständ erreicht und ist nur noch ca. 5% vom 300er-Meilenstein entfernt, was ich selber nie für möglich gehalten hätte dies nicht einmal 2 Jahre nach dem Start erreichen zu können. Der Anstieg diese Woche betrug 4,5%, von 272,07€ auf 284,28€. Der Euro Stoxx 50 verlor 4,1%. Die Outperformance beträgt ca. 75% seit Jahresbeginn (YTD: 59,4% Wikifolio; -15,4% Euro Stoxx 50).

Hellofresh: App-Downloads im Juli

Wie bereits im Juni konnte Hellofresh auch im abgelaufenen Monat eine halbe Million neue App-Downloads verbuchen. Dies deutet auf eine weiterhin starke Entwicklung der Neukundenzahlen hin. Wenn man die Zahlen mit der Konkurrenz vergleicht, wird zudem die Dominanz von Hellofresh auf dem amerikanischen Markt deutlich. Die Zweitmarke Everyplate hat mit 60.000 App-Downloads im Juli fast genauso viele Neukunden gewonnen, wie die Nummer 2 (Blue Apron; 25k Downloads) und die Nummer 3 (Home Chef; 37k Downloads) zusammen.

Somit lassen sich immer höhere Skaleneffekte im Einkauf und der Produktion realisieren, sodass es für die Konkurrenz fast unmöglich wird diesen Vorsprung wieder aufzuholen. Die endgültigen Zahlen für Q2 wird Hellofresh am 11. August melden, viel interessanter werden aber die Aussicht auf das Gesamtjahr und die Beschreibung der jüngsten Entwicklungen sein. Falls diese gut ausfallen, dann könnte die Aktie in den nächsten Wochen wieder neue Rekorde verzeichnen.

Q2-Zahlen im August

Doch nicht nur Hellofresh, sondern alle wichtigen Unternehmen im Wikifolio melden im August die Zahlen. Bei Vonovia (05. August) steht für mich vor allem die Entwicklung des Nettovermögenswertes im Vordergrund, hier könnte es zu einer positiven Überraschung kommen. Westwing (13. August), Home24 (18. August) und Global Fashion Group (20. August) haben ja bereits vorläufige Zahlen gemeldet, hier wird vor allem die Entwicklung der einzelnen Kostenfaktoren im Fokus stehen.

Bereits die guten vorläufigen Zahlen der drei Unternehmen haben dazu geführt, dass die Bekanntheit deutlich erhöht wurde und mehr Anleger sich für die Aktie interessieren als noch vor wenigen Monaten. Dies ist vor allem im Hinblick darauf wichtig, dass höhere Handelsumsätze die Wahrscheinlichkeit auf eine Indexmitgliedschaft im SDAX erhöhen werden. Sollten die Aktien in den Index aufgenommen werden ergibt sich weiteres Aufwärtspotential aufgrund der Indexfonds, die gemäß der Regularien kaufen müssen, und den potentiell neuen Investoren, die das Potential der Unternehmen erkennen.

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Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Frank

    Woher weißt du die App Download zahlen?

    1. AAAdmin

      Die Daten dafür beziehe ich von Sensor Tower, die Zahlen aus dem Bericht sind die summierten App- und Google Play-Store-Downloads.

  2. Anonymous

    wie immer guter Kommentar! Sehr informativ. Dass nicht jeder Analyst die Downloadzahlen nutzt verstehe ich nicht.

    1. AAAdmin

      Das aktuell noch gar keine Daten von den Profis genutzt werden ergibt für mich auch keinen Sinn. Allerdings sind die App-Downloads ja nur ein kleiner Teil, ich nutze zusätzlich noch weitere Daten um Metriken wie Bestellhäufigkeit, Marketingkosten etc. zu ermitteln. Zudem reicht es nicht die Daten nur abzulesen, sondern auch interpretieren zu können, was auch den Hauptteil meiner Arbeit ausmacht.

  3. Heiko

    Danke für deine Analysen. Was hältst du von Storytel? Auch ganz nette Download Zahlen der App.

    1. AAAdmin

      Hallo Heiko,

      ich hab von dem Unternehmen ehrlich gesagt noch nie was gehört, daher kann ich dazu nichts sinnvolles beitragen. Zudem ist bei den App-Zahlen vor allem der Vergleich mit der Konkurrenz und den Vormonaten entscheidend, nicht so sehr die absoluten Zahlen.

      VG Bastian

  4. Christian

    Hallo Basti,

    vielen Dank für deine kompetenten Analysen und Hut ab vor deiner überragenden Performance! Mir gefällt besonders gut, dass du zeigst, dass deutsche Unternehmen am Aktienmarkt viel besser abscheiden können, als die dominanten US Aktien.

    Der Hammer deine Leistung.

    Viele Grüße

    Christian

    1. AAAdmin

      Hallo Christian,

      danke für deinen Kommentar.
      Ein Teil meiner Performance ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass sich viele Investoren in Deutschland einfach weigern, sich innovative und junge Unternehmen auch nur anzuschauen. Da spielen vor allem Vorbehalte wegen aktuellen Verluste noch eine große Rolle, die aber in der Anfangszeit immer notwendig sind um schnell zu wachsen (Skalierung) und die Tech-Infrastruktur für die Zukunft aufzubauen.

      Somit stehen Werte wie Home24, Westwing, GFG, selbst Hellofresh Anfang des Jahres (als MDAX-Mitglied und weltweiter Marktführer) nicht im Fokus der Anleger. Es wird eher auf „klassische“ Industrieunternehmen gesetzt (Daimler, BASF, Bayer etc.), die jedoch deutlich weniger Wachstumschancen bieten.

      In den USA sind Investoren viel offener und bewerten die Digitalunternehmen auch zu einem angemessenen Preis. So wird eine Home24 aktuell gerade mal mit dem 0,7-fachen Umsatz bewertet, die US-Firma Wayfair (gleiches Geschäftsmodell, ähnliche Wachstumsraten, sogar etwas weniger profitabel) jedoch mit dem 2,2-fachen Umsatz. Für das gleiche Geschäftsmodell wird in den USA also das 3-fache gezahlt.
      Daher ergeben sich in Deutschland deutlich mehr Chancen, weil die Bewertungen von Unternehmen die noch nicht profitabel sind hierzulande absurd niedrig sind.

      Viele Grüße
      Basti

      1. Anonymous

        hast du die Bewertungen eigentlich in deinem MBA Studium gelernt oder dir selber angeeignet? An welcher Uni hast du studiert(falls du das nennen kannst/möchtest)? Ich interessiere mich auch für ein MBA Studium.

        Vielen Dank nochmal und hoffentlich kannst du deine Leistungen für die nächsten 10 Jahre halten.

        Viele Grüße

        1. AAAdmin

          Hi,

          ich hab an der staatlichen Universität in Hamburg studiert.

          Die ganzen Bewertungsmethoden habe ich mir über die letzten 5 Jahre angeeignet, im Studium lernt man darüber nur sehr wenig, obwohl ich schon die Schwerpunkte Finance und Steuern/Wirtschaftsprüfung gewählt hatte. Allerdings gibt das Studium dir einen generellen Überblick über Unternehmen und die einzelnen Kostenfaktoren (Marketing, Produktion, Logistik etc.). Zudem helfen einem Module wie Behavioral Finance sehr gut, um die Psychologie an der Börse besser zu verstehen und die typischen Fehler zu vermeiden.

          Viele Grüße
          Bastian

          1. Anonymous

            super, vielen Dank für Info!

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