Wikifolio-Update (Woche vom 20.04.2020)

Performance-Vergleich

In der vergangenen Handelswoche vom 20.04. bis zum 26.04. stieg unser Wikifolio von 190,19€ auf 195,80€, was einem Zuwachs von 2,9% entspricht. Der Euro Stoxx 50 gab im Vergleich dazu 2,7% ab.

Durch diesen Zuwachs liegt das Wikifolio mittlerweile nur noch knapp unter dem Anfang März notierten Allzeithoch. Der Gewinn seit Jahresbeginn beträgt 9,9%. Dies bedeutet natürlich auch eine deutliche Outperformance im Vergleich zum Euro Stoxx 50, der 25,1% verlor.

Seit Beginn der Coronakrise hat es sich ausgezahlt die Ruhe zu bewahren, aber trotzdem überlegt zu handeln. Die Verkäufe der Airlines haben sich genauso gelohnt wie der Kauf von Krisengewinner Turtle Beach. Auf die genannten Transaktionen gehe ich weiter unten noch genauer ein.

Hellofresh: neues Allzeithoch + wichtige Termine

Nachdem schon in der letzten Woche ein neues Allzeithoch markiert wurde, gelang es der Hellofresh Aktie diesen Trend fortzuschreiben. Hellofresh gehört aktuell zu den meistgehandelten Aktien, sowohl Privatanleger als auch institutionelle Anleger werden langsam auf das Unternehmen aufmerksam. Gerade institutionelle Anleger hätten wohl besser bereits Ende 2018 ein Auge auf Hellofresh geworfen, die Kursgewinne betragen seitdem nämlich ziemlich genau 500%.

Hellofresh Aktienkurs
Hellofresh Aktienkurs: Man beachte das geringe Handelsvolumen bis Februar 2020

Die nächste Woche wird sehr spannend für Hellofresh-Aktionäre. Die eigenen Geschäftszahlen kommen zwar erst am 05.05., allerdings legen die beiden größten Konkurrenten (Blue Apron, Marley Spoon) am Mittwoch ihre Quartalsberichte vor. Aus den Zahlen, Margen und Ausblicken lassen sich logischerweise auch Rückschlüsse auf die Entwicklung von Hellofresh ziehen.

Hierzu schreibe ich zu gegebener Zeit jedoch noch ein separates Update.

Vonovia: Übernahmenspekulation

Mitte der Woche berichtete Bloomberg, dass Vonovia 4 Jahre nach der gescheiterten Übernahme nun wieder ein Auge auf die Deutsche Wohnen geworfen hat. Bereits in der Vergangenheit waren strategisch sinnvolle Übernahmen kleinerer Konkurrenten Bestandteil der Firmenphilosophie. Gagfah, Conwert und zuletzt die schwedische Victoria Park stellten sich im Nachhinein als Glücksgriffe heraus.

Allerdings bezweifle ich, ob die Übernahme der ohnehin schon angeschlagenen Deutsche Wohnen (Stichwort: Mietendeckel) wirklich Sinn ergeben würde – sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Die Deutsche Wohnen ist trotz des gesunkenen Kurses kein Schnäppchen (gemessen am EPRA-NAV) und die Aussichten auf mindestens 5 Jahre gedeckelte Mieten sehen auch nicht rosig aus.

Zudem würde man als Mega-Konzern mit über 600.000 Wohnungen eine noch größere Angriffsfläche für linke Enteignungsfantasien bieten. Daher war ich als Investor auch glücklich über die Nachricht, dass Vonovia selbst aktuell keine Chancen für eine Übernahme sieht und sich erstmal auf die Bewältigung der Coronakrise konzentrieren will. Denn selbst Vonovia spürt die Auswirkungen – Mietausfälle und deutlich gestiegene Anleihekosten sind die Folge.

Turtle Beach: Short-Squeeze

Der größte Gewinner diese Woche war die Aktie von Turtle Beach. Mehr als 30% betrug der Anstieg allein seit Dienstag – und das ganz ohne Unternehmensmeldungen oder Branchennachrichten. Bereits in dem Wikifolio-Update vergangene Woche habe ich die Möglichkeit eines Short-Squeezes aufgezeigt.

Die hohen Handelsumsätze der letzten Tage stützen diese These. Am Dienstag wurden mehr als 1,2 Mio. Aktien gehandelt (Durchschnittswert ist 370.000 Aktien/Tag). Zum Stichtag 15.04. waren immernoch mehr als 2,7 Mio. Aktien leerverkauft. Ich gehe zwar davon aus, dass sich in den vergangen Tagen einige Leerverkäufer eingedeckt haben und diese Zahl daher gesunken ist. Doch auf die noch verbliebenden Spekulanten steigt der Kaufdruck mit jedem Kursanstieg weiter an.

Die Aussichten für das Unternehmen sind weiterhin positiv und aktuell sollte man keine Aktien aus der Hand geben.

Lufthansa: Nachtrag

Für Airlines im Allgemeinen und für die Lufthansa im Speziellen sieht die Lage immer düsterer aus. Laut CEO Spohr wird es wohl bis mindestens 2023 dauern, bis wieder Normalität einkehrt und das Vorkrisenniveau erreicht wird. Zudem rechnet er mit zusätzlichen Kredittilgungen und Zinszahlungen in Höhe von 1 Mrd. € jährlich.

Sollte es zudem zu einem Einstieg des Staates kommen, dann würde bei den aktuellen Kursen eine enorme Verwässerung stattfinden. Wie sich ein solches Szenario auf den langfristigen Aktienkurs auswirkt konnte man gut an der Commerzbank und der Deutschen Bank seit der Finanzkrise 2009 sehen.

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