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Wikifolio-Update (Woche vom 06/13.09.2021)

Performance-Vergleich

Auch in den vergangenen Wochen hat man die Sommerpause deutlich gespürt, von Unternehmensseite gibt es relativ wenig zu berichten. Die Bundestagswahl am nächsten Sonntag wird jedoch aus politischer Sicht spannend, zudem nähern wir uns wieder dem Quartalsende – ab Ende Oktober geht die Quartalsberichtssaison wieder los. In den vergangenen zwei Wochen verlor unser Wikifolio 6,1%, von 432,02€ ging es auf 405,50€. Der Vergleichsindex CDAX verlor 2,0%. Damit liegt die Underperformance aktuell bei 12,6% seit Jahresbeginn (YTD: +0,6% Wikifolio; +13,2% CDAX).

Hellofresh: Verdopplung des Tech-Teams

Hellofresh hat in der vergangenen Woche angekündigt sein weltweites Tech-Team mittelfristig auf ca. 2000 Mitarbeiter zu verdoppeln. Damit hätte man ungefähr zehnmal so viele Tech-Mitarbeiter wie die vier größten Konkurrenten – Home Chef, Blue Apron, Marley Spoon, Goodfood Markets – zusammen. Dies zeigt die weiterhin hohe Zuversicht des Managements in steigende Umsatzzahlen, die ich ebenso teile. Gleichzeitig wird der Vorsprung zur Konkurrenz immer größer. Q3 sollte die Analystenschätzungen von 1,35 Mrd. € Umsatz wieder einmal deutlich übertreffen und die These, dass es keinen deutlichen Corona-Rückgang geben wird bestätigen.

Home24: aktuelle Entwicklung

Weniger erfreulich schaut aktuell der Aktienkurs von Home24 aus, ähnlich wie zum Ende von Q2 sinkt der Kurs nachrichtenlos. Dies aus meiner Sicht allerdings ähnlich wie bereits in Q2 grundlos, denn in Q3 sollte man weiterhin ein knapp zweistelliges GMV-Wachstum erzielen können (gegenüber dem starken Q3 2020), zudem entspannt sich die Lage auf dem Rohstoffmarkt – Preise für Holz und weitere Vorprodukte sind wieder deutlich auf Vor-Corona-Niveau gefallen. Einzig die Preise für Containerfracht sind weiterhin deutlich erhöht, dies sollte sich jedoch auch in den nächsten Quartalen normalisieren und betrifft zudem die gesamte Branche. Einziger Wehrmutstropfen ist aktuell die enttäuschende Entwicklung von Mobly, das Aktienpaket von Home24 ist nur noch rund 80 Mio. € wert – damit beträgt der Enterprise Value vom Europageschäft von Home24 280 Mio. € oder 0,5 vom diesjährigen Umsatz. Wenn man seine eingeschlagene Strategie weiter fortsetzen kann und die Ziele für 2023 erreichen wird, dann sehe ich die Aktie weiterhin deutlich unterbewertet.

Website nicht erreichbar

Einige werden es in der vergangenen Woche mitbekommen haben: Von Dienstag bis Freitag war Aktienalpha.de zweitweise nicht erreichbar und beim Aufrufen der Website erschien nur ein weißer Bildschirm. Dies lag an einer fehlerhaften Plugin-Installation. Ich habe das Problem jedoch wieder behoben, sodass mittlerweile wieder alles einwandfrei funktioniert.

Ich freue mich über jede Bewertung, Anmerkung und Kritik:
[Total: 16 Average: 4.7]

Dieser Beitrag hat 33 Kommentare

  1. Gerda

    Hallo Bastian,
    Wie schätzt du die Entwicklung der Marge von HelloFresh in Q3 ein?
    Grüßle
    Gerda

    1. Bastian Brach

      Moin Gerda,

      interessant werden sicherlich die Kosten für den Aufbau der Fulfilment-Center (was sich in den Fulfilmentkosten widerspiegelt). Bruttomarge sollte saisonal typisch etwas geringer als in Q2 ausfallen, Marketingkosten wohl in etwa auf Q2-Niveau. Da die Aufbaukosten jedoch einmalig sind und vor allem aufgrund des starken zukünftigen Wachstums entstehen, sollte man diesen auch nicht zu viel Bedeutung zumessen – zumindest solange sich die Fulfilmentkosten wieder normalisieren, wenn die Anlaufphase vorbei ist (H2 2022). Insgesamt rechne ich mit ca. 7% AEBITDA-Marge.

      VG Basti

  2. Jakob

    Hey Basti, Was denkst du über Evergrande?

    1. Bastian Brach

      Moin Jakob,

      sollte man auf jeden Fall im Auge behalten, auch wenn es aktuell eher nach einem chinesischen Problem aussieht und nicht mit Lehman vergleichbar aufgrund der deutlich geringeren Verpflechtung mit den internationalen Finanzmärkten. Ausländische Banken sind bei den chinesischen Baukonzernen nur gering investiert.

      Es könnte sich jedoch erheblich auf die chinesische Wirtschaft und die Rohstoffmärkte auswirken, da einige Millionen Arbeitsplätze am Bausektor hängen. Zudem könnte die Mittelschicht hart getroffen werden, sobald die Immobilien an Wert verlieren. Aktien mit hohen China-Umsätzen würde ich daher wohl aktuell meiden, während der Einfluss auf die Weltwirtschaft zwar spürbar aber wohl weit weg von einer drastischen Krise sein wird.

      VG Basti

  3. Anonymous

    Jo Basti,
    Denkst du Home24 wird von einer Evergrande Pleite profitieren können?
    Schließlich würde eine Abkühlung der Chinesischen Baubranche zu geringeren Holz und Stahlpreisen führen da die Chinesen extrem viel Stahl und Rohstoffe verbrauchen.

    1. Bastian Brach

      Moin,

      ich denke, dass die Rohstoffpreise durchaus zurückkommen dürften, bei Holz ist dies ja bereits geschehen. Auch die Kosten für Containerfracht könnten bei einer Abkühlung der Chinesischen Wirtschaft sinken. Dennoch würde den Effekt nicht zu stark einschätzen. Langfristig werden alle Möbelhersteller ihre Preise an die Gegebenheiten anpassen, sodass externe Preisschocks nur kurzfristig Einfluss haben. Genauso wie die zuletzt erhöhten Inputpreise mittelfristig an die Kunden weitergegeben werden, könnte es nach einem Preisverfall am Rohstoff- und Containermarkt wieder zu sinkenden Preisen kommen.

      VG Basti

  4. Anonymous

    Hi Basti!

    Anlässlich der Aufstockung deiner AbouYou-Position, würde mich deine Meinung zu Asos interessieren. Letzte Woche hatte ich mich nämlich in dem Sektor für den Kauf von Asos entschieden. Abou You wäre die zweite Wahl gewesen und soll ggf. auch noch folgen.

    Gründe, die meiner Meinung nach für Asos sprechen:

    1. günstigere Bewertung und Profitabilität (Preis ist natürlich die geringeren Wachstumsaussichten)
    2. relativ bescheidener Ausblick vom Management, da ist Asos mit dem 5MRD Umsatzziel für 2025/26 deutlich aggressiver. Eventuell haben wir bei Asos dadurch eine höhere Chance die Markterwartungen zu übertreffen (Wichtig ist für mich dabei v.A. die Entwicklung des US-Geschäfts)
    3. größere(s) Relevanz und Angebot von Eigenmarken (machen knapp 30% vom Umsatz aus)

    Für About You spricht für mich das beeindruckende Wachstum. bzw. die Marketingstrategie. Ich denke, dass die auf Influencer und Marken basierende Strategie maßgeblich zum höheren Wachstum beiträgt.

    Deine Meinung zu meinen Gedanken und zu Asos im Vergleich zu AboutYou würde mich sehr interessieren.

    Vielen Dank!

    1. Bastian Brach

      Moin,

      das kann ich mir gerne mal anschauen, sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus.

      VG Basti

  5. Ina

    Hallo Bastian,
    nach 9 Monaten in 2021 stehen wir nun wieder niedriger als am 01.01.2021. Ich gehe davon aus, dass du mit der Performance auch nicht zufrieden bist, da es ja im Grunde eine verlorenes Jahr ist. Was sind deines Erachtens denn die Gründe?
    Auch wenn man im Nachgang immer schlauer ist, du hattest doch irgendwann mal geschrieben, dass 2021 ein „Übergangsjahr“ für e-commerce werden wird (v.a. wegen der hohem Absprungbasis aus dem Corona-Jahr 2020). Warum hast du dich in diesem Jahr daher nicht anders aufgestellt? Du hättest ja ab Start 2022 wieder in e-commerce investieren können (da die langfristigen Trends natürlich in Takt sind) – aber das Jahr 2021 ist ja wohl eher das Jahr der „Corona-Verlierer“. „Old Economy“ steht größtenteils auf Allzeithochs und im WikiFolio sind wir bei + / – Null.
    Danke für deine Einschätzung!

    1. Bastian Brach

      Moin Ina,

      natürlich hätte ich auch lieber eine Performance, die wie an einem Faden nach oben gezogen und völlig ohne Rücksetzer ist. Das sowas nicht möglich ist sollte aber jedem klar sein, genauso wie die Tatsache, dass nicht jedes Jahr mit +70% abgeschlossen werden kann. Ich denke es ergibt wenig Sinn jetzt noch vor den Q3-Zahlen (nachdem also erst das 1. Halbjahr veröffentlicht wurde) ein Fazit zu ziehen. Dennoch gehe ich weiterhin aus, dass Aktien wie Hellofresh, Delivery Hero und Home24 aktuell unterschätzt werden; wie übrigens im März/April diesen Jahres auch, als auf einmal große Angst vor zurückgehenden Umsätzen herschte, die im Nachhinein völlig unbegründet war.

      Bei langfristiger Anlage sind Zeiträume von 9 Monaten nur ein kleiner Ausschnitt und auch in Zukunft wird es sicher reihenweise 9-Monatszeiträume geben, bei denen man keinen Gewinn erzielt. Wer langfristig Geld anlegen will sollte sich auf die fundamentalen Perspektiven konzentrieren und das versuche ich bestmöglich zu machen (und was bisher sehr gut gelungen ist mit 65% Rendite p.a.). Natürlich ist es im Nachhinein immer sehr einfach zu sagen, was man wann hätte anders machen können. Ich habe zum Jahresende geschrieben, dass 2021 ein Übergangsjahr werden kann (aufgrund wechselnder Investorenstimmung und hoher Vergleichsbasis zum Vorjahr), damit jeder Anleger für sich entscheiden kann ob er dieses Risiko (temporär stark schwankende Kurse, die von der Investorenstimmung abhängen) eingehen will oder eben nicht. Das ich mein Wikifolio nicht komplett umwandle und in (mir völlig fremde) Old-Economy-Titel investiere, nur um eine mögliche Sektorrotation zuvorzukommen (die auch anders hätte ausfallen können), sollte allerdings auch klar sein.

      Eine einfache Lösung für dich wäre ja beispielsweise gewesen das Wikifolio Anfang des Jahres zu verkaufen und dann heute oder zu Beginn von 2022 wieder zurückzukaufen. Aber weder du noch ich wussten wie sich die Märkte entwickeln. Hättest du diese Entscheidung übrigens nach der erfolgreichen Entwicklung von Biontechs Impfstoff (09./10. November 2020) getan, nachdem ebenfalls klar schien dass sich Old-Economy-Werte wieder erholen werden, dann hättest du in den Folgemonaten noch ca. 40% Rendite im Wikifolio verpasst, trotz genau gleicher Ausgangssituation und Überlegung.

      Als Beispiel hier vielleicht noch Uber, die ich im Wikifolio vor eineinhalb Monaten gekauft habe zu ca. 36€. Mein Grund damals war, dass neben hervorragenden langfristigen Perspektiven auch die Q2-Zahlen sehr gut waren und ich ein starkes Q3 erwartet habe. Seitdem sah ich bis zu dieser Woche wie ein Depp aus, weil die Aktie (aufgrund von sinkenden Erwartungen an die aktuelle Entwicklung) knapp 20% gefallen ist. Bis dann Dienstag die vorläufigen Q3-Zahlen veröffentlich wurden und auch andere Anleger realisierten, dass die Einschätzungen der letzten Wochen einfach Quatsch waren und das Unternehmen gut läuft, sodass die Aktie nun deutlich im Plus ist. Habe ich deswegen jetzt bis Dienstag einen schlechten Job gemacht, weil ich die Anlegerstimmung nicht vorhersagen konnte und seit Dienstag wieder einen Top-Job, weil seitdem die Aktie wieder lief? Man muss bei Aktien eben ein wenig Geduld haben bis sich zeigt, ob man Recht hatte oder nicht.

      VG Basti

  6. Olaf

    Basti, du kaufst jetzt vonovia wieder zu oder? Das Volksbegehren wird ja niemals durch gehen mit einer SPD Kanzlerin und auch im Bund haben wir nicht die Linken in der Regierung.

    1. Bastian Brach

      Moin Olaf,

      genau das war der Plan. Das Risiko RRG ist jetzt vom Tisch, Enteignungen würden wenn überhaupt mit einer vernünftigen Entschädigung stattfinden. Der Kurs ist sogar niedriger als der Verkaufskurs, jedoch mittlerweile ohne das größte Risiko für das Unternehmen. Daher habe ich wieder einen Teil zurückgekauft und überlege nach Bildung der Koalition, ob diese noch ausgebaut wird.

      VG Basti

  7. Anonymous

    Ich denke, es wird wieder einmal keinen erklärbar fundamentalen Grund geben, warum HF gerade seit Tagen fällt korrekt?!

    1. Bastian Brach

      Es gibt keine nennenswerten Neugikeiten (abgesehen von der 10% Beteiligung in Russland) seit der Veröffentlichung der Q2-Zahlen.

      VG Basti

  8. Anonymous

    Danke Basti! Dann sind es wohl einfach mal wieder Analystenkommentare, nachdem HF angeblich kürzlich erst folgendes mitteilte (und ich meine, du hattest bereits darüber berichtet):

    Zitat: „Da HelloFresh für das weitere Wachstum neue Produktionsstätten baut und in Technologie investieren will, geht der Konzern bei der Marge auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) jetzt von einem geringeren Wert aus. Die operative Marge soll demnach im laufenden Jahr zwischen 8,25 und 10,25% anstatt 10 bis 12% liegen. Analysten haben den Angaben zufolge bisher eine Marge von rund 11% auf dem Zettel.“

    Hast du eine persönliche Einschätzung zu den Zahlen am 2. November? Besteht da Überraschungspotential nach oben? Ich denke ja, die Aktie ist aktuell bereits gut aufstockbar…

    1. Bastian Brach

      Moin,

      die Marge wird aus meiner Sicht aktuell überbewertet. Solange es sich hier um temporäre Effekte aufgrund der schnellen Expansion handelt, ist dies für den langfristigen Unternehmenswert irrelevant – man muss eben nur darauf achten, dass diese Effekte nach der starken Expansionsphase wieder zurückgehen.

      Meine Prognose für die Zahlen gebe ich raus, nachdem ich alle Daten für September ausgewertet habe, bis jetzt sieht es jedoch nach einem Quartal deutlich über den Analystenerwartungen (aktuell runde 1,3 Mrd. € Umsatz) aus. Sollte der September dies bestätigen, dann würde wahrscheinlich eine Vorabmeldung (evtl. mit Prognoseerhöhung) Mitte Oktober kommen.

      VG Basti

      1. Anonymous

        Danke dir, ein Grund, warum ich in deinem wiki investiert bin, ist, dass du antwortest und eine klare Vorstellung hast. Weiter so!
        Ansonsten hätte bei aktuell 79,00 Euro eher schon ein mulmiges Gefühl, ob da nicht doch was im Busch ist.
        Du bist ja auch in verschiedenen Foren und manche sehen (allerdings per Charttechnik) ja noch deutlich tiefere Kurse bis hin zu 71 Euro ca…
        Kann natürlich auch passieren, schon klar, wenn auch eher unwahrscheinlich, es sei denn Momentum greift auch umgekehrt…
        Irgendwer hat hier(?) oder sonstwo gepostet vom eventuellem Short-Angriff von Fraser Perring. Sollte das zutreffen, dann sähe es sehr düster aus, indofern erneut DANKE wenn du deine Follower auch weiterhin mit guten Analysen und Artikeln „bei Laune“ hältst.
        Ich bin also sehr gespannt auf deine Auswertung Mitte Oktober

      2. Rolf

        Prognoseerhöhung von wem?
        Von dir: schön
        von HF: besser
        Leider fehlt in deinem Satz das Substantiv 😉

  9. Marlene

    Basti, was sagst du aktuell zu H24? Siehst du immer noch eine Unterbewertung? Wie läuft das Q3 bisher gem. deinen Analysen? Danke!

    1. Bastian Brach

      Moin Marlene,

      eine konkrete Einschätzung zu Q3 werde ich Anfang Oktober geben, nachdem ich alle Daten auswerten konnte.
      Home24 wird die Bestellungen wohl weiterhin mit knapp über 10% in Europa steigern können (trotz schwierigem Vorjahresvergleich und teilweisen Containerengpässen), während das Wachstum in Q4 wohl etwas zurückgeht, was jedoch ebenfalls auf extrem starke Vorjahreswerte mit harten Lockdowns zurückzuführen ist.

      Dennoch sollte das mittelfristige Ziel bis 2023 Bestand haben und mit einer Bewertung von 0,5 EV/Umsatz für das Europa-Geschäft ist man so günstig wie wenig andere Wachstumsaktien. Die nächsten Quartale ab Q4 werden sicherlich aufgrund der hohen Vorjahreswerte etwas schwieriger, dies sollte sich dann ab Q2/Q3 2022 wieder verbessern.

      VG Basti

  10. Marina

    Hi Bastian,
    ich habe mir mal deine fairen Unternehmenswerte 2021 angeschaut. Es fällt auf, dass du eine komplett andere Einschätzung hast (z.B. bei HF, Home24, Vonovia, Delivery Hero etc.) als der Markt. Würdest du sagen, dass du das einfach falsch (im Sinne von zu optimistisch) einschätzt? Oder spielst du auf Zeit und machst aus den genannten dann einfach die fairen Werte für 2022?
    Dankeschön.

    1. Bastian Brach

      Hallo Marina,

      dass meine Einschätzung deutlich über der vom Markt liegt sollte nicht unbedingt verwundern, andernfalls hätte ich diese Aktien ja nicht im Portfolio. Die fairen Unternehmenswerte sind wie bereits mehrfach erläutert keine Punktschätzungen für Ende 2021, sondern „Bewertungen, die ich für die aktuelle Entwicklungsphase des Unternehmens für angemessen“ halte. Es kann natürlich auch mal dauern, bis der Markt dies ähnlich sieht.

      Ist letztlich aber irrelevant, ob der Markt in 1, 2 oder 4 Jahren zu dieser Einschätzung kommt, da der Wert ja bei wachstumsstarken Unternehmen, die sich positiv entwickeln, fortlaufend weiterwächst. Daher werde ich die Werte logischerweise nicht für 2022 übernehmen, sondern neu bewerten, sodass bei gleichbleibendem KUV höhere Unternehmenswerte entstehen.

      Wer also eine Anlagedauer von mehr als 6 Monaten hat sollte sich über kurzfristige Bewegungen deutlich weniger Sorgen machen als um die tatsächliche Unternehmensleistung.

      VG Basti

  11. Anonymous

    Hallo Basti,

    erstmals vielen Dank für Deine hervorragenden Analysen und die Zeit, die Du Dich für uns nimmst.

    Du hast in einem Podcast erwähnt, dass Du nur ungern Deine genauen Analysemethoden verrätst, da ansonsten das System irgendwann nicht mehr so gut funktionieren wird/kann.

    Aber Unternehmen mit herausragenden Leistungen, die einfach nicht entdeckt werden und so monate bzw. jahrelang charttechnisch vor sich hindümpeln, könnten dadurch frühzeitiger entdeckt werden.

    Vielen Dank!

    LG
    Christian

    1. Anonymous

      … Oder wie siehst Du das? 🙂
      Christian

    2. Bastian Brach

      Moin Christian,

      meine Analysen veröffentliche ich ja nach dem Ablauf eines jeden Quartals, sodass diese dann auch anderen Anlegern zur Verfügung stehen.

      Letztlich ist es jedoch eher ein Zeitvorsprung und weniger ein Vorsprung hinsichtlich der langfristigen Chancen. Daher glaube ich auch nicht, dass diese Informationen Anlegern helfen würden, zumal die Interpretation nicht immer einfach ist.

      Dem langfristigen Anleger ist es sowieso fast egal, ob die Aktie in 2 Monaten entdeckt wird oder in 2 Jahren. Solange die Hypothesen stimmen wird man seine Rendite einfahren.

      VG Basti

  12. Tom

    Basti, rechnest du mit einer Prognoseerhöhung von Hellofresh demnächst?

    1. Moin Tom,

      ich werte in den nächsten Tagen noch die September-Daten aus, dann mache ich eine Prognose für das Q3.

      Prognoseerhöhungen zum richtigen Zeitpunkt vorherzusagen ist meist recht schwierig, weil diese natürlich auch stark von der Entscheidung vom Management abhängt, wann man eine solche veröffentlichen will bzw. wie sicher man sich zu diesem Zeitpunkt ist.

      Ich gehe aber davon aus, dass Hellofresh in diesem Jahr zumindest das obere Ende der Umsatzspanne erreicht oder sogar übertrifft.

      VG Basti

  13. Stefan

    Hallo Basti, mal eine Frage zu den Trenddaten von H24. Wenn ich die aktuellen Werte vergleiche mit den Werten von vor 4 Jahren, dann stelle ich keine Entwicklung fest. Ich hätte erwartet, dass H24 heute nach Corona deutlich mehr Nachfrage bei Suchanfragen bringt als vor einigen Jahren wo keinr H24 gekannt hat. Mir gehts es hier nicht um Saisonalität sondern einfach die Vergleiche über die Jahre. Wo liegt mein Denkfehler? Dankeschön.

    1. Moin Stefan,

      der Vergleich über mehrere Jahre hinweg ist oftmals nicht wirklich aussagekräftig, da sich in dieser Zeit bsp. die Kundenakquisitionskanäle deutlich verändern können. So kann sich der Anteil der Kunden, der die App nutzt (und damit nicht googlet) sowie der Traffic von anderen Seiten wie Facebook, Instagram und Co deutlich erhöht haben. Gleichzeitig wird Home24 mittlerweile wohl deutlich höher bei generischen Keywords wie Bett, Sofa, Kissen gelistet sein, sodass trotz geringerem Suchvolumen „Home24“ ein höherer Traffic entsteht als vor 4 Jahren.

      Dies sieht man beispielsweise auch besonders stark, wenn man sich Uber oder Airbnb bei Google Trends anschaut. Beide werden dieses Jahr um die 10-20 mal so viel Umsatz machen wie vor 5 Jahren, aber die Google-Trends-Zahlen liegen auf dem Niveau von 2016 (Airbnb) oder sogar nur bei der Hälfte (Uber).

      Daher beobachte ich auch deutlich mehr als eine Metrik, denn dies allein kann schnell irreführend sein, wenn genannte Änderungen eintreten.

      VG Basti

  14. Jens

    Hallo Bastian, mal eine Frage hinsichtlich Börsenpsychologie: Bei einigen Aktien wird es wohl so sein, dass du etwas früh eingestiegen bist – bestes Beispiel ist Auto1. Ist es so, dass dich das überhaupt nicht stört als Langfristanleger?
    Einfach weil du an die Aktie glaubst und weil man wahrscheinlich in 5 Jahren denkt, dass es im Nachgang betrachtet völlig egal ist, ob man die Aktie damals für 38 EUR oder für 30 EUR gekauft hat (weil sie idealerweise bei 100 EUR steht…)? Ich tue mich dabei im Hier und Jetzt etwas schwer…

    1. Moin Jens,

      natürlich wäre ich lieber zu einem tieferen Kurs eingestiegen, das ist ja völlig klar. Nur ist es im Nachhinein fast immer einfacher eine Entscheidung zu treffen und man muss die Entscheidung nach der Informationslage zum Zeitpunkt der Entscheidung bewerten. Mit der Geschäftsentwicklung von Auto1 bin ich eigentlich zufrieden, der Aufbau der Marke Autohero kommt gut voran. Nur spiegelt das die Aktienperformance nicht wider.

      In Zukunft ergibt es vielleicht mehr Sinn gestaffelt über mehrere Monate einzusteigen, gerade wenn die Firma noch jung an der Börse ist.

      VG Basti

  15. Erwin

    Hallo Bastian,
    Delivery Hero erscheint mir mit einem Unsatzmultiple von etwa 2,5 für das nächste Jahr historisch nun besonders günstig. Hast du hier vor evtl nochmals aufzustocken? Oder siehst du niedrigere Multiple mittlerweile als gerechtfertigt an?

    1. Moin Erwin,

      man muss bedenken, dass zuletzt die Umsätze aus dem Q-Commerce deutlich zugenommen haben, was den Umsatz etwas verzerrt.
      Daher würde ich bei der Bewertung eher auf den GMV schauen – auch im historischen Vergleich.

      Nichtsdestotrotz scheint Delivery Hero aktuell recht günstig bewertet.

      VG Basti

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